SICHERE ARZNEIMITTEL

ARZNEIMITTELPRÜFUNG

Apotheken nehmen im Apothekenalltag fast acht Millionen Stichproben pro Jahr.

An jedem Werktag wird in jeder der 19.748 öffentlichen Apotheken mindestens ein industriell hergestelltes Fertigarzneimittel auf Qualitätsmängel überprüft. Dazu werden Proben per Zufallsverfahren ausgewählt, sorgfältig anhand von Bestimmungen und Qualitätsstandards überprüft und die Ergebnisse dokumentiert. Auch Verpackung und Beipackzettel werden kontrolliert. Hegt der Apotheker einen begründeten Verdacht auf einen Qualitätsmangel oder eine Fälschung, informiert er die zuständige Behörde und die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Die Prüfung von Fertigarzneimitteln ist für jeden Apotheker verpflichtend in der Apothekenbetriebsordnung vorgeschrieben und gehört zu den Gemeinwohlpflichten von Apotheken.

IDENTITÄTSPRÜFUNG VON AUSGANGSSTOFFEN

Es gibt strenge Richtlinien, nach denen neben Fertigarzneimitteln auch die Ausgangsstoffe für Rezepturen vor ihrer Verarbeitung überprüft werden müssen.

Um Patienten sichere und hochwertige Medikamente abgeben zu können, ist Kontrolle unerlässlich. Jede Apotheke überprüft alle von ihr für die Herstellung individueller Rezepturarzneimittel verwendeten Ausgangsstoffe. Ausgangsstoffe sind Wirk- und Hilfsstoffe, die der Apotheker in der vom Arzt vorgeschriebenen Dosierung z. B. in eine Salbengrundlage einarbeitet. Jede Substanz wird vor der Verwendung vom Apothekenteam im eigenen Labor auf Identität geprüft. Deshalb nennt sich diese Überprüfung auch „Identitätsprüfung“. Die geeignete Methode zur Identitätsprüfung entnehmen Prüfer in den öffentlichen Apotheken Arzneibüchern oder dem Deutschen Arzneimittel Codex (DAC). Die Bundesapothekerkammer (BAK) aktualisiert ihre Leitlinie zur Prüfung und Lagerung der Ausgangsstoffe regelmäßig.

ARZNEIMITTELKOMMISSION DER DEUTSCHEN APOTHEKER (AMK)

Im Jahr 2017 gab es 9.084 Meldungen der deutschen Apotheken an die AMK über Qualitätsmängel, Nebenwirkungen oder Missbrauch von Arzneimitteln.

Wenn eine Apotheke bei einem Arzneimittel Qualitätsmängel, Nebenwirkungen oder einen Missbrauch bemerkt, meldet sie dies an die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Diese erfasst und bewertet die Meldungen und gibt Warnmeldungen heraus, die dem Verbraucherschutz dienen. Zusätzlich informiert die AMK auch die Apotheken regelmäßig und zeitnah über neu auftretende Probleme bei bestimmten Arzneimitteln. Sollte eine mögliche Gefahr für Patienten erkannt werden, wird eine entsprechende Warnung extrem schnell über eine Informationskette an alle beteiligten Stellen weitergeleitet. So kann zum Beispiel ein risikobehaftetes Präparat bundesweit innerhalb von zwei Stunden aus dem Verkehr genommen werden.

VERFALLSDATUM

Auch Medikamente haben ein Verfallsdatum. Es ist ein wichtiges Sicherheitsmerkmal für den Verbraucher.

Das Verfallsdatum von Medikamenten ist ein wichtiger Indikator für den Gebrauch von Arzneimitteln. Zum einen weist es darauf hin, bis wann Medikamente bei ungeöffneter Verpackung sicher verwendet werden können, ohne dass beispielsweise die Wirkstoffe sich verändern oder verfallen. Zum anderen kann ein fehlendes Verfallsdatum auf der Verpackung eines Medikaments ein Hinweis auf eine Fälschung sein.

Nach dem Öffnen gelten für Medikamente unterschiedliche Verfallsdaten. Besonders flüssige Medikamente, wie Augentropfen oder Nasensprays, sind nach dem Öffnen nur sehr begrenzt haltbar. Um sicher zu gehen, sollte immer ein Arzt oder Apotheker befragt werden, bevor Medikamente aus dem Vorrat verwendet werden.